Botschafter Teixeira zum Thema : Palais Clam-Gallas (31.08.15) [fr]

Wieder erschien in den Medien ein Artikel über den Verkauf des Palais Clam-Gallas, der die Problematik nicht in ihrer Gesamtheit behandelt. Obwohl ich mich bereits mehrmals zu diesem Thema geäußert habe, möchte ich diese erneut, für eine objektive, seriöse und vollständige Sicht der Dinge, zusammenfassen.

Räumlichkeiten, die unseren Bedürfnissen und Mitteln entsprechen
Der Beschluss des französischen Außenministeriums vor einem Jahr, das Clam-Gallas zu verkaufen, ist als Konsequenz zweier allgemeiner Bestrebungen zu verstehen: was die Immobilienverwaltung betrifft, zielt dies darauf ab, unsere Liegenschaften im Ausland an unsere Bedürfnisse und die zur Verfügung stehenden Mittel angepasst, zu rationalisieren; hinsichtlich der Kulturpolitik, müssen wir unsere Aktivitäten adaptieren, um sie zugunsten von Effizienz, äußerer Wahrnehmung und Wirkung zu optimieren.
Das Palais Clam-Gallas wurde 1951 käuflich erstanden, in einem historischen Kontext, der sich seither geändert hat. Die Erhaltung dieser riesigen Immobilie belastet das Budget des Institut Français auf überdimensionale Weise. Es ist unverständlich, wie dieser Punkt der Problematik heruntergespielt werden kann, so, als wäre der Ort der Austragung wichtiger als der Fortbestand einer Einrichtung.

Neuausrichtung unseres kulturellen Wirkens in Österreich
Mit der Adaptierung der Aktivitäten des Institut Français d’Autriche verfolgen wir vier Ziele: einen echten Mehrwert zu schaffen, zusätzlich zu dem von den örtlichen kulturellen Einrichtungen Gebotenem; Partnerschaften für ehrgeizigere Projekte auszubauen; finanziell weiter bestehen zu können, denn darauf beruhen unsere gesamten Kulturaktivitäten; über ein Institut Français zu verfügen das ganz Österreich bedient – so der Titel und so auch seine Bestimmung – und nicht nur den 9. Wiener Gemeindebezirk. Mehrere wichtige Events der letzten Zeit zeigen die neu eingeschlagene Richtung auf: Teilnahme an der Messe „Buch Wien“, Start der Tournée „France Tour“ durch das gesamte Bundesgebiet zur Unterstützung des Französischunterrichts in den österreichischen Schulen; Kolloquium zum Klimawandel mit und im Naturhistorischen Museum; die „Vienna Design Week 2015“ mit dem Frankreich-Schwerpunkt. Dem neuen Kreativteam des Institut Français und seinem Engagement gebührt unsere Hochachtung.
Das Institut Français sollte nach seinem aktuellen und zukünftigen Wirken beurteilt werden. Seine Existenzberechtigung ist nicht an das Gebäude gebunden, welches es seit 35 Jahren beherbergt. Nicht am Behältnis bemessen wir den Inhalt, sondern umgekehrt.
Was die Wahl der neuen Räumlichkeiten des Institut Français betrifft, haben wir auf die zentrale Lage geachtet (es ist nicht „in der Peripherie“, wie neulich in einem Zeitungsartikel behauptet), auf die gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, und auf einen modernen und besser an die Bedürfnisse angepassten Rahmen.

Wir investieren in das Lycée Français de Vienne: Neue Schulklassen, Renovierung des Studio Molière
Das kontinuierliche Bestehen des Lycée Français de Vienne wird manchmal als Argument gegen den Verkauf des Palais Clam-Gallas vorgeschoben, und manchmal als potentielle Bedrohung, dass selbst dessen Fortbestehen in Frage gestellt werden könnte. Die laufenden Ausbauarbeiten zur Errichtung eines neuen Gebäudes für Unterrichtsklassen, sowie die Renovierung des Studio Molière und eines Turnsaals beweisen wohl das Gegenteil und sind Zeichen dafür, dass der Staat über das Wirken der AEFE, seine Ressourcen sehr wohl mobilisieren kann, wenn dies notwendig und zukunftsweisend ist.

Und schlussendlich erinnern wir daran, dass diese Entwicklung in Wien kein Einzelfall ist. Seit einigen Jahren führt das französische Außenministerium, wie übrigens auch andere Länder, eine Politik der dynamischen Verwaltung ihrer Liegenschaften, wobei auf die notwendige Reduzierung exzessiver Ausgaben geachtet wird, sowie auf die optimale Nutzung hinsichtlich unserer Aktivitäten im Bereich von Kultur und Kooperation, der Begleitung und des Ausbaus der diplomatischen, konsularischen und kulturellen Vernetzung in den Schwellenländern, sowie hinsichtlich der verstärkten Sicherheitskriterien – unumgänglich und kostspielig – unserer Liegenschaften in den immer zahlreicher werdenden Ländern.

Pascal Teixeira da Silva

Dernière modification : 01/09/2015

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