Botschafter Gompertz zum Thema: warum Frankreich in Mali eingeschritten ist (06.03.2013) [fr]

Am 11. Januar ist Frankreich in Mali eingeschritten. Frankreich hat dies auf dringende Anfrage des malischen Präsidenten und im Rahmen der UN Resolutionen 2071 und 2085 getan. Es ging darum, die terroristische Offensive, die das gesamte Land und vor allem die Hauptstadt bedrohte, zu stoppen. Wenn wir nicht interveniert hätten, wäre jetzt die gesamte malische Bevölkerung der fanatischen Tyrannei ausgesetzt; die in Mali lebenden Ausländer wären zu potentiellen Geiseln geworden; der organisierte Terrorismus hätte über eine territoriale Basis verfügt, um von dieser aus ganz Westafrika und darüber hinaus auch Europa zu bedrohen. Alle unsere Partner haben unsere Entscheidung begrüßt.

Im Einsatzraum sind mehrere Verbände wie folgt aufgliedert:

  • Die Militäroperation Serval der französischen Streitkräfte
  • Die AFISMA, in der die Streitkräfte mehrerer afrikanischer Länder zusammengefaßt sind. Kurz-, bzw. mittelfristig sollte die AFISMA von einer Friedensoperation der Vereinten Nationen abgelöst werden. Es werden Gespräche in diesem Sinne geführt.
  • Die EUTM Mali, die europäische Trainingsmission für die malischen Truppen.

Die Aufgabe ist schwierig. Es könnte sich in die Länge ziehen. Aber, gemeinsam mit unseren afrikanischen Partnern haben wir den Terroristen bereits erhebliche Niederlagen zugefügt. Ist die terroristische Bedrohung erst einmal eingedämmt, dient die Operation Serval dann dazu, in Koordination mit der afrikanischen Militärmission und der EUTM, Mali zur Wiedererlangung der territorialen Integrität zu verhelfen. Die AFISMA soll dann mit 8000 Mann die französischen Soldaten ablösen. Wenn die Mission Frankreichs erfüllt ist, gilt unsere Präsenz, so wie die der 500 EUTM Soldaten, nur mehr der Betreuung und der Ausbildung der malischen Streitkräfte.

Mit der Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit sollte die Rückkehr zu einer normal funktionierenden Demokratie einhergehen. Für den Norden muss eine faire Regelung gefunden werden: Diese sollte die Wünsche der verschiedenen Bevölkerungsgruppen berücksichtigen und die territoriale Integrität des Landes respektieren. Am 29. Januar hat die malische Regierung einen Fahrplan für die Zukunft des Landes verabschiedet, der Wahlen und die Aufnahme von Verhandlungen mit der nördlichen Region vorsieht. Diese ersten Schritte, die den Forderungen des UN-Sicherheitsrats in seiner Resolution 2085 nachkommen, ist eine entscheidende und positive Etappe in der politischen Entwicklung Malis.

Im Gegensatz zu dem, was ich da und dort gelesen habe, hat es zu keinem Zeitpunkt an der Solidarität innerhalb der Europäischen Union gemangelt. Am 18. Februar 2013 hat der Rat die EU-Trainingsmission für die malische Armee gestartet. Unsere Partner, die mitunter, wie auch Österreich, an anderen Schauplätzen stark vertreten sind, haben alle ihren Beitrag geleistet. Das österreichische Parlament hat am 27. Februar der Entsendung eines neunköpfigen Sanitätskontingents zugestimmt: 2 Ärzte und 4 Unteroffiziere werden zusammen mit den Kontingenten Deutschlands, Bulgariens und Ungarns der medizinischen Unterstützung der EUTM zugeordnet. Ein Rechtsberater, ein Veterinärmediziner und ein für Verwaltungstätigkeiten zuständiger Unteroffizier ergänzen die Einheit.

Wie Staatspräsident François Hollande bereits am 5. Februar vor dem EU Parlament gesagt hat, wird von Europa auch erwartet, dass es an der Entwicklung des Sahel in allen Belangen teilnimmt. Es ist die Entwicklung, die auf lange Zeit gesehen diese ausgedehnte Region gegen das terroristische Treiben schützen kann. Es geht um die Zukunft der betroffenen Bevölkerung. Es geht auch um unsere eigene Sicherheit.

Stéphane Gompertz

Mehr über die Intervention in Mali :
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Dernière modification : 17/12/2014

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