Installation einer Meteor-Kamera auf dem Dach des NHM Wien / Kooperationsprojekt (31.08.15) [fr]

Die Installation einer Meteor-Kamera am 31.8 auf dem Dach des NHM Wien erfolgte im Rahmen eines neuen französisch-österreichischen Kooperationsprojekts.

Nahmen an der Installation teil: Univ. Prof. Dr. Christian Köberl, NHM Wien, Generaldirektor, Pascal Teixeira da Silva, Botschafter der Republik Frankreich in Österreich, Dr. Franz Brandstätter, NHM Wien, Direktor der Mineralogisch-Petrographischen Abteilung, Dr. Ludovic Ferrière, NHM Wien, Ko-Kurator der Meteoritensammlung, Dr. François Colas, Observatoire de Paris / IMCCE, Projektkoordinator 1, Dr. Brigitte Zanda, MNHN Paris / IMPMC – Projektkoordinatorin 2, Dr. Sylvain Bouley, Université Paris-Sud / IDES - Koordinator für Partner.
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Um Meteoriten künftig schon während ihres Falls zu entdecken und dokumentieren zu können, beteiligt sich das NHM Wien am französischen Forschungsprojekt FRIPON (Fireball Recovery and InterPlanetary Observation Network). Dafür wird auf dem Dach des NHM Wien eine Spezialkamera installiert, um damit Sternschnuppen und Feuerbälle am Himmel über Wien dokumentieren und um Meteoriten lokalisieren zu können. „Das längerfristige Ziel ist es, mit der Installation eines möglichst dichten Kameranetzwerkes die Herkunftsregionen verschiedener Meteoritentypen zu bestimmen, frische sowie seltene Meteoriten aufzusammeln und ein wissenschaftliches Vermittlungsprogramm für die breite Öffentlichkeit bereitzustellen“, sagt NHM Wien-Generaldirektor und Meteoritenforscher Christian Köberl.

Das genaue Herkunftsgebiet eines Meteoriten kann nur bestimmt werden, indem man seine Verlaufsbahn durch die Atmosphäre rechnerisch rekonstruiert. Meist stammen die vom Asteroidengürtel, aber einige wenige auch vom Mars und vom Erdmond. Um dies herauszufinden ist die fotografische Dokumentation des Falls von unterschiedlichen Stellen aus notwendig. Um das gesamte österreichische Staatsgebiet dokumentarisch abdecken zu können, wäre etwa ein Dutzend Kameras in ausgesuchten Gebieten nötig. Die Kamera auf dem Dach des NHM Wien soll als erste Testinstallation für ein solches Projekt dienen. Ein künftiger Ausbau des Netzes in Zusammenarbeit mit dem tschechisch-deutschen europäischen Feuerball-Netzwerk ist angedacht. Ähnliche Netzwerke über Australien, Kanada, den USA und Zentral-/Osteuropa haben bisher zum erfolgreichen Auffinden von mehr als einem Dutzend Meteoriten geführt.

Dieses interdisziplinäre Projekt, an dem Experten/innen der Meteoritenforschung und Astronomie beteiligt sind, hat nicht nur das Potential, neue Synergien zwischen verschiedenen Institutionen und Laboratorien zu schaffen, sondern bietet auch die Möglichkeit, die breite Öffentlichkeit in das Auffinden von gefallenen Meteoriten mit einzubeziehen – ein Idealfall von „die Bürger forschen mit“.

Dernière modification : 10/09/2015

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