Außenminister Philippe Douste-Blazy stellte am 15. Mai in einer Pressekonferenz Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität Frankreichs in den Bereichen Kultur und Sprache sowie Partnerschaften bei Bildung und Entwicklung vor.
Die ersten Modernisierungsmaßnahmen sollen Impulse in den Bereichen Kultur und Kunst geben. Die Regierung plant, die Mittel des Außen- und des Kulturministeriums zusammenzulegen, um so die Förderung der französischen Kultur in der Welt effektiver und sichtbarer zu machen. Es geht dabei darum, die kulturelle Vielfalt zu fördern und zur Entstehung eines Europa der Kultur beizutragen.
Dabei soll die neu gegründete Kulturagentur Culture France helfen. Als öffentliche Einrichtung erhält sie ein Budget von 30 Millionen Euro und wird die Einrichtungen umfassen, die heute im Auftrag der beiden Ministerien aktiv sind.
Das zweite große Ziel, die Steigerung der Attraktivität der französischen Hochschuleinrichtungen, soll ebenfalls mit Hilfe einer Agentur, „Campus France“, erreicht werden. Die Visabeantragung und Einschreibung ausländischer Studenten sind bisher voneinander getrennte, langwierige und unverständliche Verfahren. Die Agentur „Campus France“ will ein klares und benutzerfreundliches Online-Verfahren einrichten. Sie wird zudem im Ausland für französische Studiengänge werben und die Mobilität von Forschern und interuniversitären Partnern fördern. Ebenfalls mit dem Ziel, die Aufnahme und die Betreuung der besten ausländischen Studenten zu erleichtern, unterzeichnete der Außenminister ein Abkommen über eine öffentlich-private Partnerschaft mit dem Thales-Konzern.
Die Regierung plant außerdem neue Initiativen für das Erlernen der französischen Sprache. So sprach sich der Außenminister für eine Ausweitung der französischen Gymnasien im Ausland aus. Das Ministerium schätzt, dass hierzu die Erhöhung der Aufnahmekapazitäten und die Hilfe öffentlicher/privater Partnerschaften nötig sein wird.
Die Regierung will dem Rückgang des Gebrauchs der französischen Sprache innerhalb der Institutionen der Europäischen Union entgegenwirken und gleichzeitig für den Erhalt der Sprachenvielfalt auf der internationalen Bühne werben. Sie wird dafür, insbesondere in den EU-Beitrittsländern, einen Französischlehrplan für europäische Beamten unterstützen.
Der „Plan zur Wiederbelebung der französischen Sprache“ wird 2006/2007 den Einsatz von ca. 50 Millionen Euro erfordern und die Informations- und Komunikationstechnologien systematisch mit einbeziehen. Zu den konkret geplanten Maßnahmen gehört die Einrichtung „pädagogischer Referenzpole“ im Maghreb, wo die französische Sprache an Bedeutung verliert. Auf weltweiter Ebene wird in diesem Rahmen ein dreijähriger Ausbildungsplan für etwa 10.000 Französischlehrer gestartet.
Außenminister Douste-Blazy kündigte schließlich einen vierten Bereich an, in dem Veränderungen stattfinden müssen, nämlich bei der Entwicklung. In einem „Bündnis für die Entwicklung“ werden Initiativen des öffentlichen und des privaten Sektors für gemeinsame Projekte internationaler Solidarität zusammengelegt, wie in den Bereichen Gesundheit und Wassernutzung. Es geht hier darum, die Mittel aufzustocken, die für die Finanzierung der Entwicklung im Rahmen der Millenniumsziele aufgewendet werden, wobei sich Spenden und marktbedingte Hilfen gegenseitig ergänzen können.
