Prostitution: Bestrafung der Freier und Unterstützung der Betroffenen (14.04.16) [fr]

Prostitution: Bestrafung der Freier und Unterstützung der Betroffenen – ein großer Schritt für die Frauenrechte in Frankreich.

JPEGDas französische Parlament hat am 13. April 2016 das neue Prostitutionsgesetz gegen das Prostitutionssystem und zur Verbesserung der Situation prostituierter Personen verabschiedet. Das am 14.4.2016 in Kraft getretene Gesetz war François Hollande bei seinem Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2012 ein großes Anliegen. Frankreich ist somit das sechste Land nach Schweden, Norwegen, Island, Großbritannien und Kanada, das das Anspruch nehmen der Dienste im Rahmen von Prostitution kriminalisiert.

Prostituierte werden für das passive Werben von Kunden nicht mehr belangt und können in den Genuss eines sozialen Unterstützungsprogramms gelangen, wenn sie aktiv dazu beitragen, aus der Prostitution auszusteigen. Die dem Freier verhängte Strafe kann mit der Verpflichtung zu einem Sensibilisierungstraining in Punkto Prostitution einhergehen.

Das Gesetz soll ein verstärktes Vorgehen gegen Menschenhandel und Zuhälterei ermöglichen, sowie die allgemeine Verbesserung der Lage von schutzbedürftigen Opfern dieser Delikte (was Wohnmöglichkeiten, finanzielle Ersatzmöglichkeiten, Schutz und Hilfestellung betrifft).

Es werden Auswegs-Szenarien aus der Prostitution angeboten, sowie die soziale und berufliche Eingliederung der Opfer von Prostitution, Zuhälterei und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Der Artikel 7 des Gesetzes legt die Finanzierung im Rahmen des Staatsbudgets mittels Präventionsfonds, der speziell dafür eingerichtet wird.
„Mit diesem Gesetz bekräftigt Frankreich vehement, das der Kauf von sexuellen Diensten eine Ausbeutung des Körpers und Gewalt gegen Frauen ist“, unterstrich Frankreichs Ministerin für Familie, Jugend und Frauenrechte, Laurence Rossignol.

„Dieses Gesetz ist absolut notwendig, damit man den Kauf des Körpers eines Menschen nicht mehr als normal erachtet“ kommentiert die Nationalabgeordnete für Frauenrechte, Maud OLIVIER, und weiter: „nunmehr sollen Sexarbeiterinnen nicht mehr als Kriminelle sondern als Opfer angesehen werden“.

Mehr Informationen:
Ministère des Familles, de l’Enfance et des Droits des Femmes

Dernière modification : 26/08/2016

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