Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident,
Sehr geehrter Herr Staatssekretär,
Sehr geehrter Herr Prof. Rudolf Leopold,
Sehr geehrte Herren Botschafter,
Sehr geehrte Direktoren,
Sehr geehrte Damen und Herren,
Es ist für mich eine große Ehre, heute abend mit Ihnen, Herr Nationalratspräsident, eine der wichtigsten Kulturveranstaltungen der letzten Jahre - sowohl für Österreich als auch für Frankreich - zu eröffnen.
Eine mindestens ebenso bedeutende Ausstellung findet demnächst im Grand Palais in Paris statt, das nach einer umfassenden Renovierung zu diesem Anlass wieder geöffnet wird.
Die Pariser Ausstellung ermöglicht dem französischen Publikum, die größten Meisterwerke der modernen Österreichischen Malerei besser kennenzulernen.
So wird - wenn ich es so ausdrücken darf - ein künstlerischer Dialog zwischen unseren beiden Hauptstädten hergestellt.
Dieser lebendige, vielfältige und kontinuierliche Kulturaustausch bekräftigt die Beziehungen, die Freundschaft und die Wertschätzung zwischen unseren beiden Ländern.
Österreichische und französische Künstler, Schriftsteller und Philosophen haben im Laufe der Geschichte einen immens großen Beitrag zur Kultur in Europa geleistet.
Der französische Staatspräsident Jacques Chirac erklärt es folgendermaßen: „Die gegenseitige Bereicherung unserer beiden Nationen hat tiefe Spuren im Dialog der europäischen Kulturen hinterlassen und dazu beigetragen, die Identität unseres Kontinents zu prägen“.
Das europäische Projekt ist in seinem Wesen ein kulturelles Projekt.
Unsere beiden Länder finden sich zusammen, um die kulturelle Vielfalt zu gewährleisten und dasselbe Kulturideal unter Wahrung seiner Identität zu verteidigen.
Die Künstler haben ihre oft weltweit bekannten Werke stets im Geiste der Freiheit, der Toleranz und mit Hilfe der ganzen Gesellschaft geschaffen. Ihre neue Botschaft wurde nicht immer zur rechten Zeit aufgenommen, wie dies bei den Impressionisten und „Sezessionisten“ der Fall war.
Freiheit und Vielfalt auf künstlerischer und intellektueller Ebene haben sich schließlich immer durchgesetzt.
Österreich als auch Frankreich waren stets ein Gastland für Kunstschaffende aus ganz Europa. Der multikulturelle Charakter unseres gleichzeitig so einzigartigen und unterschiedlichen Kontinent wurde ausdrücklich gewahrt.
Heute müssen wir - in einem international „globalisierten“ kulturellen Umfeld - unsere gemeinsamen Werte wie Freiheit, Fortschritt und Frieden noch stärker vertreten. Denn wir haben gemeinsame kulturelle Interessen.
Die Politik unserer beiden Länder auf diesem Gebiet ergänzt sich und befindet sich im Einklang mit der Vision von Europa.
Ich wünsche mir die Fortsetzung unserer Beziehungen und unserer kulturellen Zusammenarbeit und hoffe auf ihre Weiterentwicklung.
Der Verleih der Impressionisten aus dem Pariser Musée d’Orsay ist im Sinne dieser Zusammenarbeit zu sehen. An die vierzig Hauptwerke finden in den kommenden Monaten im Leopoldmuseum einen würdevollen Rahmen.
Sie bieten dem Publikum aus Wien, aus Österreich und der ganzen Welt die Möglichkeit, die Vielfalt so kraftvoller Künstler wie Caillebotte und Manet, so provokanter wie Daumier, so geheimnisvoller wie Cézanne oder Van Gogh und so lichtbetonter wie Monet zu bewundern, und jene wie Bonnard, Vuillard und Renoir, die eine familiäre und intime Stimmung wiedergeben.
Jedoch haben all diese Meisterwerke ihr „ständiges Domizil“ nicht ohne Schwierigkeiten verlassen, genauso wie jene der österreichischen Sammlungen, die vorübergehend im Grand Palais zu sehen sind.
Durch die große Kommunikationsgabe und die Liebe zur französischen Kunst von Herrn Professor Leopold konnten diese Hindernisse schließlich überwunden werden.
Ihm verdanken wir heute diese außergewöhnliche Ausstellung.
Sowohl Ihre Botschaft in Paris, Herr Nationalratspräsident, als auch die Französische Botschaft in Wien haben ständig dafür gearbeitet, dass diese beiden Ausstellungen unter den bestmöglichen Bedingungen stattfinden können.
Ich danke meinem Kollegen, Dr. Anton Prohaska, für seine Unterstützung und seine Hilfe.
Im Leopoldmuseum waren Herr Dr. Michael Fuhr, Frau Magister Tina Achatz und Frau Magister Verena Dahlitz wichtige, verständnisvolle Ansprechpartner für die Kulturabteilung unserer Botschaft in Wien und ich danke Ihnen sehr für ihre Zusammenarbeit und ihr Verständnis.
Bevor Österreich den EU-Vorsitz übernimmt und inmitten der Feierlichkeiten zu 50 Jahren Staatsvertrag, durch den Österreich nach dem Krieg - mit der Unterstützung Frankreichs - voll und ganz seinen Platz im neuen Europa gefunden hat, bezeugt diese Ausstellung unseren gemeinsamen Willen zur Förderung und zum Ausbau unserer kulturellen Beziehungen.
Ich wünsche der Ausstellung viel Erfolg und bin sicher, dass sie ihn bekommt.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
