TTIP: Zeitungsbeitrag des Landwirtschaftsministers und des Aussenhandelsministers (04.03.15) [fr]

Stéphane Le Foll, Minister für Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie, sowie Matthias Fekl, Staatssekretär zuständig für Außenhandel, haben in der Tageszeitung Le Figaro vom 4.3. 2015 einen Beitrag veröffentlicht:

" Frankreich ist, da sind sich alle einig, auf der ganzen Welt für die hohe Qualität seiner Lebensmittel bekannt. Dank seiner Vielfalt und des hochqualitativen gesundheitlichen Aspekts hat sich das französische Modell an die Spitze gearbeitet. Dieses Modell hat es auch verstanden, sich weiter zu entwickeln um den Ansprüchen auf Nachhaltigkeit gerecht zu werden: die Notwendigkeit, die zur Neige gehenden Ressourcen zu erhalten, die landwirtschaftlichen Gebiete vor der Landflucht zu schützen und auf die legitimen Erwartungen der Gesellschaft einzugehen. Angesichts der internationalen Landwirtschaftsmesse, die letzten Sonntag ihre Pforten geschlossen hat, müssen wir den Menschen, in ihrer Rolle als passionierte Botschafter im Dienste des guten Rufes Frankreichs, unser Lob aussprechen, denn sie sind es, die die französischen Produkte auf dieses Spitzenniveau zu heben vermögen.

Dank seiner Vielfalt und des hochqualitativen gesundheitlichen Aspekts hat sich das französische Modell an die Spitze gearbeitet.

Der Auftrag der Wirtschaftsdiplomatie lautet, sich bei ihrer PR- und Informationsarbeit auf dieses Landwirtschaftsmodell zu stützen. Bei dem Handel mit unseren internationalen Partnern geht es nicht nur um den Austausch von Gütern oder Leistungen, es stoßen dabei Weltanschauungen aufeinander, die sich manchmal auch aneinander reiben. Dies betrifft auch die laufenden Verhandlungen zum Handelsaustausch mit den Vereinigten Staaten im Rahmen des transatlantischen Partnerschaftsabkommen.

Die französischen und europäischen Normen, die die Rückverfolgbarkeit unserer Lebensmittel „vom Feld auf den Teller“ möglich machen, sind Resultat eines kollektiven Willens, den unsere Bürger im Rahmen demokratischer Prozesse zum Ausdruck gebracht haben. Dieser Wille der Bürger, selbst über ihre Ernährung zu bestimmen, spiegelt unsere Identität wider. Deshalb haben wir von vornherein verweigert, unser Lebensmittelmodell verhandelbar zu machen: der europäische Markt bleibt für Chlorhühner und Hormonrinder verschlossen. Wir weichen von dem hochwertigen Schutz unserer Umwelt, der sozialen und gesundheitlichen Standards keinen Schritt zurück. Auch nicht, was die Gesundheit unseres Viehs betrifft, denn diese ist der Kern des französischen und europäischen Modells.

Wir weichen von dem hochwertigen Schutz unserer Umwelt, der sozialen und gesundheitlichen Standards keinen Schritt zurück. Auch nicht, was die Gesundheit unseres Viehs betrifft, denn diese ist der Kern des französischen und europäischen Modells.

In diesem Sinne stehen wir auch für die Herkunftsangabe ein. Es ist unsere Pflicht, uns für eine bessere weltweite Anerkennung der Qualität unserer Produkte einzusetzen.

Frankreich hebt bei Geschäftsverhandlungen das Topniveau des französischen Know-hows und die Qualität seiner Handelsgüter hervor und fordert dabei die Anerkennung und auch den Schutz der regionalen Labels bei seinen Handelspartnern ein. Die Besonderheit der Herkunftsangabe ist nämlich, dass sie das spezielle Produkt schützt, indem sie den Bezug zu einem bestimmten Landstrich herstellt und mit der damit verbundenen, oft jahrhundertalten Herstellungsweise. Aber das System der Herkunftsbezeichnung ist nicht das Privileg Europas. Auch wir erkennen so manche Herkunftsbezeichnung anderer Länder an und steigern die Kooperationen in diesem Bereich.

Diese Art von Schutz unserer Produkte kann nicht mit dem in der angelsächsischen Welt sehr verbreiteten System der Handelsmarken verglichen werden. So sehr die beiden Systeme parallel bei uns existieren können, wie es in Europa immer der Fall war, so wenig werden wir auf unsere Herkunftsbezeichnungen zugunsten einiger multinationaler Handelsketten verzichten.

Frankreich hebt bei Geschäftsverhandlungen das Topniveau des französischen Know-hows und die Qualität seiner Handelsgüter hervor und fordert dabei die Anerkennung und auch den Schutz der regionalen Labels bei seinen Handelspartnern ein.

Gemeinsam mit Südkorea, Mittelamerika, Peru, Kolumbien und kürzlich auch Kanada, erzielten wir die gewünschte Anerkennung und den Schutz unserer wichtigsten Herkunftsbezeichnungen. So können nunmehr die Dörrpflaumen von Agen, der Roquefort, der Bayonner Schinken, oder auch zahlreiche Weine auf einen juristischen Rahmen verweisen, in dessen Schutz gegen Bekanntheits- bzw. Bezeichnungsmissbrauch vorgegangen werden kann. Wir werden diesen Weg weiter gehen.

Frankreichs Böden können auf eine lange Landwirtschaftstradition verweisen. Seine Landschaften haben sich durch die Bearbeitung der Böden und durch die Viehhaltung geformt. Frankreich, das meist besuchte Land der Welt, verdankt seine Schönheit auch der jahrhundertlangen Bearbeitung seiner Landstriche und einer großzügigen Natur. Wir möchten dieses Gut lebendig machen, indem wir Tourismuszweige entwickeln, die noch nicht genügend verbreitet sind. Um den Themenkreis Wein, ein wahres Zivilisationsprodukt, entwickeln wir z.B. den Önotourismus. Seit einem Monat wird, auf Veranlassung der Regierung, in der Champagne ein touristisches Gesamtangebot ausgearbeitet, das sich der Entdeckung des Geschmacks widmet. Weitere Ideen wären noch auszuschöpfen, wie der Agrotourismus, der für die französischen Landwirte eine zusätzliche Einnahmequelle bieten soll. Unsere Landstriche ziehen sich nicht zurück, sie öffnen sich dem weiten Horizont. Offen für die Welt, können sie sich auf die Diplomatie verlassen."

Mehr Infos:
- Traité Transatlantique : Protéger nos terroirs - Tribune de Matthias Fekl et Stéphane Le Foll

Dernière modification : 09/04/2015

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